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Schmeckt’s?
Verpflegung und Esskultur auf Internationalen Jugendbegegnungen

 

Bei Internationalen Jugendbegegnungen geschieht interkulturelles Lernen nicht nur nebenbei, sondern ist ein ausdrücklich benanntes und für die Veranstalter wichtiges Ziel. Den Bereich der Verpflegung mit in die Konzeption einzubeziehen, liegt auf der Hand; schließlich wird auf einer einwöchigen Begegnung je nach Begegnungsland und -partnern zehn bis 20 Stunden gegessen – wenn nicht sogar wesentlich länger. So können die Mahlzeiten als gute Gelegenheiten für die bewusste Gestaltung des Begegnungsprogramms gesehen werden, anstatt als notwendige Programmpunkte, die pragmatisch und effizient in den Tagesablauf eingebaut werden müssen.

Man kann z.B. typische Gerichte der eigenen Region gemeinsam probieren und über die Hintergründe oder ihre Entstehungsgeschichte berichten. Eine russische Gruppe mit russischer Küche beglücken zu wollen, wäre aber wohl in den meisten Fällen eine falsch verstandene Gastfreundschaft. Allerdings ist es sinnvoll die Gewohnheiten der Gastgruppe einzubeziehen. Nur Süßes zum Frühstück zu reichen, kann einigen Gästen gegenüber eher den Eindruck erwecken, man wolle sie hungern lassen – ebenso wie ein kaltes Abendessen. Zu einer warmen Mahlzeit kein Brot oder kein Wasser zu reichen, kann auf Unverständnis stoßen. Und manch’ braune Soße, die über alles gegossen wird, kommt nicht bei allen Gästen gut an. Schließlich geht es ja nicht darum die Gastgeber zu zwingen das zu essen, was in Deutschland (angeblich) auf den Tisch kommt, sondern ihnen einen Einblick in die vielseitige Esskultur des Gastlandes zu ermöglichen und sie selbst entscheiden zu lassen, was ihnen schmeckt und was nicht. Somit kann das Essen und die Art, wie die Verpflegung gestaltet wird, ein weiteres Angebot zum interkulturellen Lernen auf der Begegnung sein – und zwar für beide Seiten. Diese Chance gilt es zu nutzen.

Findet die Begegnung in einer Kinder- und Jugendübernachtungsstätte bzw. einem Tagungshaus statt, ist es sinnvoll nach einerAbstimmung mit dem Begegnungspartner auch mit den Verantwortlichen in der Küche Sonderwünsche zu besprechen. Etwa um eine mehrsprachige Auszeichnung von Speisen zu ermöglichen, Speisen ohne Fleisch oder mit Schweinefleisch besonders zu kennzeichnen und getrennt zu servieren oder Speisen auszuschließen, die die Gastgruppe überwiegend ablehnen würde.

Die Naturfreundejugend Deutschlands hat gute Erfahrungen mit der Selbstverpflegung auf internationalen Jugendbegegnungen gemacht. Das regt eine vielfältige und individuelle Kommunikation und Interaktion (oft ohne viele Worte) zwischen Einzelpersonen z.B. im jeweiligen Kochteam oder beim Einkaufen an. Es entsteht auch ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl und eine andere Identifikation mit dem zubereiteten Essen. Natürlich sind auch hier Prozesse in interkulturellen Kontexten manchmal zeitintensiver, da man sich auch über vermeintliche Selbstverständlichkeiten verständigen muss. Positiv gewendet können aber gerade diese Fragen helfen sich der eigenen Esskultur und der eigenen Gewohnheiten bewusst zu werden. Schnell entsteht eine Alltagskommunikation über Fragen wie „Warum esse ich zum Frühstück nur Süßes und warum möchte er warmes

Auf vielen internationalen Jugendbegegnungen gehör ein Abschiedsessen mit anschließender Party zu den Höhepunkten des Programms. Egal ob im Stil eines Staatsbanketts, als Stehempfang mit Fingerfood, am Lagerfeuer oder auf Holzbänken im Zelt – eine liebevolle Gestaltung kann der Auftakt für einen gelungenen Abend sein, der den Teilnehmenden lange in Erinnerung bleibt. Gerade hier ergibt es Sinn, diesen Abend gemeinsam mit den Teilnehmenden intensiv vorzubereiten und das Essen immer wieder durch Beiträge aus der vergangenen Begegnung zu bereichern.Fleisch zum Frühstück?“ oder „Warum esse ich normalerweise in einer Viertelstunde und sie zwei Stunden lang?

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