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Neuen Geschmack fördern

„Geschmäcker sind verschieden“ und sie werden schon von frühester Kindheit an kulturell geprägt. Vor allem von Kindern kann man daher nicht erwarten, dass sie von sich aus ihr Geschmacksspektrum erweitern, denn sie sind so wie die meisten Menschen eher „geschmackskonservativ“. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen (und auch bei Erwachsenen) die Bereitschaft zu fördern, neue Geschmäcke und neue Lebensmittel kennen zu lernen. Man kann sie dazu ermuntern, Neuland zu entdecken

 

Wie kann man Kinder und Jugendliche für „fremdes Essen“ begeistern? Einige meinen das geht nicht. Wir glauben schon. Hier sind einige Ideen unserer InterviewpartnerInnen.

„Jeder, der irgendwie Kultur mag, wird auch für fremdes Essen zu begeistern sein. Dann muss es natürlich auch ein attraktives Angebot geben, es muss besonders angerichtet (etwas ausgefallen) sein und farblich abgestimmt werden.“ (Helena, 21 Jahre, lebt in Deutschland)

„In dem sie das fremde Essen kochen lernen, und in dem man sie auffordert, Neues auszuprobieren. Wenn dabei auch Rezepte ausgetauscht werden, können sie das dann zu Hause auch probieren.“ (Scott, 20 Jahre, lebt in Österreich)

„Ich versuche Kindern zu erklären, dass es spannend ist, andere Kulturen kennen zu lernen und dass man dies auch über das Essen tun kann, z.B. beim gemeinsamen Kochen: Man kann es bei einem Seminar zum Interkulturellen Lernen für die Kinder und Jugendlichen zum Thema „Verschiedene Kulturen und Vorurteile“ nutzen. Als Aktivität können alle Kinder gemeinsam unterschiedliche Gerichte kochen. Wenn alle bereit zum Ausprobieren sind, dann können sie erraten, welches Gericht zu welchem Land bzw. zu welcher Kultur gehört. Ich denke, dass dies den Kindern Motivation geben kann, um sich mit einer Kultur oder einem Land auseinander zu setzen.“ (Berkan, 22 Jahre, lebt in der Türkei)

„Ich glaube es liegt daran, wie oft sie die Sachen essen. Wenn die Kinder genauso häufig asiatisches Essen wie z.B. Pasta essen würden, wären sie daran gewöhnt. Je jünger sie sind, desto eher werden sie neue Sachen akzeptieren. In Japan essen Kinder übrigens fünf Tage die Woche in der Schule und es gibt immer ganz unterschiedliche Gerichte, traditionelle japanische oder westliche. Ich glaube diese Kinder werden offener für anderes Essen sein.“ (Takako, 32 Jahre, lebt in Japan)

„Ich denke der beste Weg hierfür ist das gemeinsame Kochen mit Kindern und Jugendlichen. So bringt man ihnen die fremde Küche näher. Nach dem Motto: ‚Was der Bauer nicht kennt, das isst er auch nicht!’“ (Yilmaz, 29 Jahre, lebt in Deutschland)

„Man muss einen Bezug zum Essen herstellen. Am besten muss man das Essen mit ihnen kochen. Ich habe das schon mal in einer Schule gemacht. Ich habe versucht Erdnüsse mit den Kindern so zu braten, wie wir das in Sambia machen und alle wollten mitmachen und probieren, wie das schmeckt, was sie selber gemacht haben. Man muss das offen und transparent machen, weil es manchmal für einige Leute schon ungewöhnlich oder eklig sein kann, wenn sie etwas essen sollen, das sie vorher noch nie gesehen haben.“ (Keith, 29 Jahre, lebt in Deutschland)

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